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„Erfassung des Einflusses invasiver Prädatorenarten auf die Vorkommen von besonders und streng geschützten Amphibienarten im Drömling und Osten Sachsen-Anhalts“

Angebotsfrist
18.11.2026, 10:00 Uhr
Auftraggeber
Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt
Ort
Halle (Saale), Sachsen-Anhalt
Laufzeit
01.01.2027 – 01.11.2027
Verfahren
Offenes Verfahren
Veröffentlicht
23.09.2026

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Leistungsbeschreibung

Gegenstand des Verfahrens ist die Erfassung des Einflusses invasiver Prädatorenarten auf die Vorkommen besonders und streng geschützter Amphibienarten im Drömling und im Osten Sachsen-Anhalts. Im Jahr 2027 sollen das gesamte Amphibieninventar sowie an den Laichgewässern vorhandene invasive Prädatoren, insbesondere Waschbär und Mink, erfasst werden. Für Vorkommen von Arten der Anhänge II und IV der FFH-Richtlinie sind zudem die Erhaltungszustände zu bewerten. Das insgesamt etwa 1.073,54 km² beziehungsweise 8,43 Messtischblätter umfassende Untersuchungsgebiet ist in vier räumliche Lose aufgeteilt; auf die Lose kann separat geboten werden.

Im jeweiligen Los sind möglichst viele geeignete Gewässer systematisch zu untersuchen; Gewässer mit hohem Potenzial für Arten der Anhänge II und IV der FFH-Richtlinie haben Vorrang. Je Messtischblatt sind mindestens drei Begehungen durchzuführen. Bei einem vollständig enthaltenen Messtischblatt umfasst jede Begehung vier möglichst zusammenhängende Geländetage mit je acht Kartierstunden, insgesamt somit zwölf volle Geländetage unabhängig von der Gewässerzahl. Mindestens 25 Gewässer je Messtischblatt sind möglichst gleichmäßig auf dessen Quadranten zu verteilen. Fehlen geeignete Gewässer, können Gewässer in einem benachbarten Messtischblatt desselben Loses einbezogen werden.

Die Erfassungen finden zwischen Mitte März beziehungsweise Anfang April und Mitte Mai 2027 statt. Der mit dem Auftraggeber abzustimmende Beginn richtet sich nach der Balz von Gras- und Moorfrosch. Zwischen den Begehungen eines Quadranten müssen 14 bis 21 Tage liegen. Kartiert wird teilweise in der Dämmerung beziehungsweise nachts und nur bei geeigneter Witterung. Einzusetzen sind die üblichen Methoden wie Laichsuche, Verhören, Sichtbeobachtungen, nächtliches Ableuchten, Larvensuche und gegebenenfalls Reusenfallen. Amphibiennachweise sind mit Art, Anzahl und Entwicklungsstadium zu dokumentieren. Zusätzlich ist nach Waschbär, Mink und weiteren invasiven Prädatoren zu suchen. Positivbefunde und Prädationsereignisse sind näher, Kranichbeobachtungen punktgenau zu dokumentieren.

Wegen der kurzen Populationsmaxima einzelner Arten ist erforderlichenfalls mit parallel arbeitenden Erfassern zu arbeiten. Ein Bearbeiter darf höchstens zwei vollständige Messtischblätter bearbeiten; je Messtischblatt sind höchstens zwei Hauptbearbeiter zulässig. Jeder Quadrant ist an allen drei Terminen durch dieselbe Person zu kartieren. Das angebotene Personal ist verbindlich; ein Austausch setzt einen sachlichen Grund, die vorherige Zustimmung des Auftraggebers und eine mindestens gleichwertige Ersatzperson voraus.

Die Ergebnisse sind entsprechend den LAU-Vorgaben in einer MultiBaseCS-Datenbank zu erfassen. Zu dokumentieren sind Positiv- und Negativnachweise zu Amphibien sowie Waschbärnachweise beziehungsweise entsprechende Negativnachweise. Die Datensätze sind grundsätzlich mit eindeutig bezeichneten Ortsgeometrien der Untersuchungsgewässer zu verknüpfen. Die Erhaltungszustände der Vorkommen von Arten der Anhänge II und IV sind nach BfN und BLAK (2017) zu bewerten und tabellarisch festzuhalten.

Ein schriftlicher Endbericht ist nicht geschuldet. Bis zum 30. Oktober 2027 sind auf einem physischen Datenträger die MultiBaseCS-Datenbank, eine Shape-Datei aller Untersuchungsgewässer, die tabellarischen Bewertungen der Erhaltungszustände sowie eine Fotodokumentation mit mindestens fünf aussagekräftigen Fotos je Gewässer zu übergeben. An der zentralen Anlaufberatung bis Mitte März müssen alle mit der Geländeerfassung betrauten Personen teilnehmen. Von März bis September 2027 ist der Auftraggeber jeweils zum letzten Werktag per E-Mail über Bearbeitungsstand, weitere Planung und Probleme zu informieren. GIS- und Kartengrundlagen, Bewertungsschemata, Vorlagen und Vorgaben zur Dateneingabe werden bereitgestellt.

Lose (4)

  1. „Erfassung des Einflusses invasiver Prädatorenarten auf die Vorkommen von besonders und streng geschützten Amphibienarten zwischen Jahrstedt und Wiepke
    Los 1 umfasst das Untersuchungsgebiet im Drömling zwischen Jahrstedt im Westen, Wiepke im Nordosten sowie Solpke und Dannefeld im Süden. Das Gebiet hat eine Fläche von etwa 281,84 km² beziehungsweise 2,21 vollen Messtischblättern. Enthalten sind das …
  2. „Erfassung des Einflusses invasiver Prädatorenarten auf die Vorkommen von besonders und streng geschützten Amphibienarten zwischen Breitenrode und Calvörde
    Los 2 umfasst das Untersuchungsgebiet im Drömling zwischen Breitenrode im Westen, Mieste im Norden, Rätzlingen im Süden und Calvörde im Osten. Das Gebiet hat eine Fläche von etwa 279,30 km² beziehungsweise 2,19 vollen Messtischblättern. Enthalten sind das …
  3. „Erfassung des Einflusses invasiver Prädatorenarten auf die Vorkommen von besonders und streng geschützten Amphibienarten zwischen Köthen und Raguhn
    Los 3 umfasst das Untersuchungsgebiet im Osten Sachsen-Anhalts zwischen Köthen im Westen, Mosigkau im Norden, Sollnitz im Osten und Salzfurtkapelle im Süden. Das Gebiet hat eine Fläche von etwa 256,06 km² beziehungsweise 2,01 vollen Messtischblättern. …
  4. „Erfassung des Einflusses invasiver Prädatorenarten auf die Vorkommen von besonders und streng geschützten Amphibienarten zwischen Bitterfeld-Wolfen und Gräfenhainichen
    Los 4 umfasst zwei Teilgebiete im Osten Sachsen-Anhalts: das Gebiet der Stadt Bitterfeld-Wolfen sowie die Tagebaufolgelandschaft westlich von Gräfenhainichen bis Oranienbaum im Norden und Sollnitz im Westen. Das Untersuchungsgebiet hat eine Gesamtfläche von …

Eignungsanforderungen (Auszug)

  • Der Bieter hat seine Befähigung und Erlaubnis zur Berufsausübung nachzuweisen. Hierzu ist mit dem Angebot die ausgefüllte Anlage 08 „Eigenerklärungen zur Eignung“ einzureichen und anzugeben, ob eine Eintragung in einem Berufs- oder Handelsregister des Staates besteht, in dem der Bieter niedergelassen ist. Besteht keine Verpflichtung zur Eintragung, ist darzulegen, auf welche andere Weise die …
  • Der Bieter muss spätestens bei Zuschlagserteilung über eine Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung mit Mindestdeckungssummen je Versicherungsfall von 1.500.000 Euro für Personenschäden und 500.000 Euro für Sachschäden verfügen. Mit dem Angebot ist hierzu die ausgefüllte Anlage 08 „Eigenerklärungen zur Eignung“ einzureichen. Besteht der geforderte Versicherungsschutz bei Angebotsabgabe noch …

Branchen

Entsorgung, Abwasser & Umweltdienste in Sachsen-Anhalt

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Quelle: Bekanntmachung 4b59ab96-4d00-4c6e-bb82-db7905a30e62-01 im Datenservice Öffentlicher Einkauf (CC0). Alle Angaben ohne Gewähr – rechtlich maßgeblich sind allein die Originalbekanntmachung und die Vergabeunterlagen.